Preisbindung
In Deutschland kann jeder Bürger allerorts Presseerzeugnisse zum gleichen Preis erwerben. Die Verlage legen sowohl die Abgabepreise vom Groß- zum Einzelhandel fest, als auch die Endverkaufspreise zwischen Einzelhandel und Konsumenten. Die Preisbindung ist vor allem unter kultur- und informationspolitischen Aspekten bedeutsam. Presseprodukte sollen der Preisspekulation entzogen werden. Selbst ein hoher Knappheitsgrad eines Presseerzeugnisses - beispielsweise durch hochbrisante und für die Bevölkerung somit äußerst wichtige Meldungen erzeugt - führt nicht zu einer Preiserhöhung.
Gebundene Preise verhindern nachfrageunabhängige und unkalkulierbare Verkaufsverlagerungen von einer Verkaufsstelle zu anderen. Preisnachlässe im Einzelhandel würden nachteilige Ausstrahlungen auf die Leserschaft bewirken. Lebensmittel-Großmärkte wären beispielsweise in der Lage, über ihre Mischkalkulation Presseerzeugnisse als Zusatzsortiment spektakulär billig anzubieten, wohingegen Fach-Einzelhändler mit einem sehr breiten Sortiment Wettbewerbsnachteile erleiden müßten. Dieser an sich legitime Vorgang würde insofern eine Beeinträchtigung der Informationsfreiheit nach sich ziehen, als eine Ausdünnung des lückenlosen Angebotsnetzes für Presse, insbesondere in ländlich strukturierten Gebieten, abzusehen wäre.
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